RECONCILIATION   REUNIFICATION

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Appendix 12


Presseerklaerung

zur Begegnung von Kirchendelegationen aus Nord-
und Suedkorea auf dem Kirchentag (DEKT) in Leipzig,
18.-22. Juni 1997


Die Delegationen des Koreanischen Christenbundes (KCF) aus Nordkorea und des Nationalen Kirchenrates (NCCK) aus Suedkorea halten sich auf Einladung der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens und des Deutschen Evangelischen Kirchentages (DEKT) in Leipzig auf.

Beide Delegationen druecken ihre Dankbarkeit fuer die Moeglichkeit der Begegnung und des Dialoges aus. Es werden damit die bestehenden Kontakte zwischen den Kirchen in Nord- und Suedkorea fortgesetzt, die auf Initiative des Weltrates der Kirchen (OeRK) 1986 in Glion/Schweiz ihren Anfang nahmen.

In diesem Zusammenhang bringen die Delegationen auch ihre Dankbarkeit fuer die Katastrophenhilfe zum Ausdruck, die durch die deutschen evangelischen und Werke fuer Nordkorea geleistet wurden.

Sie feiern waehrend des Kirchentages Gottesdienste in der Nikolaikirche in koreanischer Sprache und in der Stephanuskirche (Leipzig-Mockau) mit der Kirchentagsgemeinde in deutscher Sprache.

Die Delegationen haben bei ihren Gespraechen die Vereinbarung bekraeftigt, die am 19. Maerz 1997 in New York verabschiedet wurde. Darin heisst es u.a.:

"Das Koreanische Waffenstillstandsabkommen (von 1953) ist nicht in einen Friedensvertrag umgewandelt worden, und zahlreiche andere Hinderisse stehen dem Frieden auf der koreanischen Halbinsel entgegen. Die Konsultation empfiehlt deshalb, dass neue Anstrengungen von den Kirchen in Korea, in den USA und anderswo unternommen werden, auf dem bisher Erreichten aufzubauen und sich auf neue Felder der Zusammenarbeit einzulassen:

1. fortzufahren, ihre Regierungen zu draengen, sich an Abkommen zu halten, die schon geschlossen wurden, einschliesslich des Nord-Sued-Abkommens ueber Versoehnung, Nicht-Angriff, Zusammenarbeit und Austausch, und ihre feindselige Haltung einzustellen;

2. die Verbesserung der Beziehungen zwischen den USA und der Demokratischen Volksrepublik Korea (DVRK) zu befoerdern, einschliesslich der Aufhebung wirtschaftlicher Sanktionen;

3. einzutreten fuer die Umwandlung des Koreanischen Waffenstillstandsab- kommens in einen neuen Friedensmechanismus;

4. die Friedenserziehung der Kirchen zu intensivieren mit dem Ziel der Versoehnung und friedlichen Wiedervereinigung;

5. neue Gottesdienst- und Gedenkquellen zu erschliessen;

6. den Personenaustausch zu vervielfachen: Familentreffen, Besuchsaustausche, Begegnungen und Konferenzen, auf denen koreanische Christen von beiden Seiten mit ihren Partnern aus den USA zusammenkommen koennen;

7. das oekumenische Teilen der Ressourcen zu intensivieren, insbesondere im Licht der vom Koreanischen Christenbund (KCF) erarbeiteten Plaene, die materielle Grundlage des Christenbundes und ihre Kampagne fuer den Dienst and der Gesellschaft und fuer Mission zu verstaerken und zu vervollstaendigen;

8. zur Teilnahme von Frauen an allen Aktivitaeten fuer Wiedervereinigung zu ermutigen, die in vollem Umfang vom NCCK, vom KCF und vom Nationalen Kirchenrat der USA (NCCCUSA) gutgeheissen werden sollen;

9. die Implikationen einer Ausweitung des oekumenischen Dialogs auszuloten, um die Kirchen und Organisationen einzuschliessen, die bis dato nicht Teil der institutionalisierten oekumenischen Bewegung waren;

10. die Schaffung neuer Institutionen auszuloten, um das Werk der oekumenischen Bewegung zu ergaenzen;

Unsere Hoffnungen auf Einheit und Einssein sind nicht ohne Leiden oder Kosten. Aber die Schrift erinnert uns daran, dass Jesus Christus unser Friede ist. Er hat uns eins gemacht, und er hat die trennende Mauer und Feindschaft zwischen uns abgebrochen. Wir bringen unseren Dank vor Gott, dass durch das Kreuz die Verheissung einer neuen Menschheit gegeben ist, in der wir nicht mehr einander Fremde sind, sondern Mitbuerger und Glieder des Hauses Gottes, in dem Jesus Christus selbst der Eckstein ist (Eph. 2, 14-20)."

Die Kirchen im Sueden haben bislang Lebensmittel im Wert von 1 Mio US$ nach Nordkorea geschickt und werden weitere Anstrengungen unternehmen.

Die kirchlichen Hilfswerke in Deutschland haben ebenfalls weitere Hilfen zugesagt. Da die Getreideernte erst im August, die Reisernte sogar erst im November verfuegbar ist, brauchen die Menschen in Nordkorea schnelle und unbuerokratische Hilfe, damit eine Hungerkatastrophe grossen Ausmasses abgewandt werden kann.


(gez.) Johannes Achilles     
Oberkirchenrat     

Leipzig, am 20. Juni 1997